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Die Baumaschine im öffentlichen Straßenverkehr

Wer eine Baumaschine auf öffentlichem Grund bewegen will, muss sicherstellen, dass seine Maschine entsprechend vorbereitet ist. Welche Voraussetzungen gibt es?

Übersicht

  • Grundsätzliche Voraussetzungen
  • Tabellarische Übersicht aller Voraussetzungen für selbstfahrende Arbeitsmaschinen
  • Voraussetzungen beim Fahrer
  • Das Sichtfeld
  • Die gelbe Blinkleuchte

Grundsätzliche Voraussetzungen

Wichtig ist, dass vor Fahrtantritt alle scharfkantigen Teile entsprechend gesichert bzw. abgedeckt werden. Bei einem Radlader sollten beispielsweise Schneidkante oder Zähne mit entsprechendem Schutz versehen werden. Bagger müssen den Ausleger einknicken und die Schaufel sichern. Bei Minibaggern ist besonders darauf zu achten, dass der Oberwagen sich nicht unkontrolliert dreht. Baumaschinen dürfen niemals zum Transport von Personen oder Gütern verwendet werden. Zudem dürfen sie keine Anhänger ziehen.

Tabellarische Übersicht für selbstfahrende Arbeitsmaschinen

Baumaschinen bis 20 km/h bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit (bbH) Baumaschinen über 20 km/h bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit (bbH)
Mitzuführende Dokumente Mitzuführende Dokumente
Option A

  • Allgemeine Betriebserlaubnis
  • ggf. Ausnahme-
    genehmigung
  • ggf. Spezialgenehmigung für einzelne technische
    Veränderungen

Option B

  • Betriebserlaubnis
  • Fahrzeugschein
  • Letzte HU-Bescheinigung (TÜV)
  • Letzte AU-Bescheinigung
  • ggf. Ausnahme-
    genehmigung
  • Einzelbetriebs-
    erlaubnis mit zugehörigem
    Gutachten
  • ggf. Ausnahmegenehmigung
  • ggf. Spezialgenehmigung für einzelne technische
    Veränderungen
Kennzeichnung der Maschine Kennzeichnung der Maschine
Dauerhaft gut lesbar linke Seite des Fahrzeugs (gemäß §4 (4) FZV):

  • Vorname Eigentümer
  • Nachname Eigentümer
  • Wohnort

oder

  • Name der Firma
  • Firmensitz

Zudem drei Geschwindigkeitsschilder – an beiden Längsseiten und an der Rückseite (gemäß § 58 StVZO).

Grünes Kennzeichen
Besteuerung Besteuerung
steuerfrei, da zulassungsfrei (gemäß §3 KraftStG) steuerfrei, da zulassungsfrei (gemäß §3 KraftStG)
Versicherung Versicherung
Nicht erforderlich, aber persönliche Haftpflicht sinnvoll (gemäß §1, §2 (1) Nr. 6b PflVG) Haftpflichtversicherung erforderlich (gemäß §§ 1,2 PflVG)
Ausrüstung Ausrüstung
  • Warnweste
  • Erste-Hilfe-Kasten
  • Feuerlöscher
  • Duftbaum 🙂
  • Warnweste
  • Erste-Hilfe-Kasten
  • Feuerlöscher

Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert – werden aber ohne Gewähr und vorbehaltlich etwaiger, zukünftiger Änderungen bereitgestellt.

Voraussetzungen beim Fahrer

Der Fahrer muss in jedem Fall über die entsprechende allgemeine Fahrerlaubnis verfügen. Teilweise, insbesondere im gewerblichen Umfeld, muss der Fahrer auch einen Befähigungsnachweis haben. Das Mindestalter zur Führung der Baumaschine auf öffentlichem Grund beträgt demnach auch 18 Jahre. Natürlich muss der Fahrer körperlich und geistig geeignet und zuverlässig sein, denn mit einem 1t Bagger kann mehr schiefgehen als mit einem kleinen PKW. Zur persönlichen Schutzausrüstung gehören auch Sicherheitsschuhe und Helm – zumindest auf der Baustelle. Darüber hinaus bleibt es jedem selbst überlassen, aber zumindest Sicherheitsschuhe sollte man schon anhaben. Weite Hosen führen ggf. dazu, dass man am Reisszahn hängenbleibt, daher enger anliegende, robuste Arbeitskleidung tragen.

Das Sichtfeld

Wer schon einmal mit eingeknicktem Baggerarm im 10-Tonner unterwegs war, weiß wie gut oder eher eingeschränkt das Sichtfeld sein kann. Vorsicht ist also geboten beim Abbiegen oder anderen Richtungswechseln, ggf. sollte man sich einweisen lassen.

Die gelbe Blinkleuchte

Viele glaube ja, dass man diese verwenden muss. Schaut man sich §52, Abs. 4 StVZO an an, stellt man fest, dass man dies allerhöchtens darf – und das auch nur unter bestimmten Voraussetzungen. Diese liegen z.B. vor bei Fahrzeugen, die dem Bau, der Unterhaltung oder Reinigung von Straßen oder von Anlagen im Straßenraum oder die der Müllabfuhr dienen und gleichzeit entsprechend der Norm mit Rot/Weissen Aufklebern kenntlich gemacht wurden. Auch Pannenhelfer oder Schwertransport-Begleitfahrzeuge dürfen es oder Fahrzeuge mit ungewöhnlicher Breite oder Länge oder mit ungewöhnlich breiter oder langer Ladung – letzteres aber nur nach Genehmigung durch die Behörde. Wer sonst dennoch blinkt, riskiert ein Bußgeld.

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